Historischer Kontext

Minne und ihre beiden Söhne Moses ben Menachem und Mordechai ben Menachem (auf Deutsch Gumprecht) sind urkundlich ab den 1320er Jahren belegt. Über den Verbleib von Minnes Ehemann Menachem ist nichts bekannt.
Die Quellen zeigen, dass die Familie im Geldverleih tätig war und zu beträchtlichem Wohlstand gelangte. Das kirchliche Zinsverbot für Christen und diverse Berufseinschränkungen führten dazu, dass Juden, die sich in Zürich niederlassen wollten, vom Rat zum Geldgeschäft verpflichtet wurden. 

Einer der beiden Söhne, Moses ben Menachem, gilt   als identisch mit Rabbi Moses, dem Autor des Zücher Semak (Akronym für Sefer Mizwot Katan bzw. Kleines Buch der Gebote, ein im aschkenasischen Raum  populäres Werk, welches in Frankreich entstand und das Rabbi Moses mit  Kommentaren ergänzte). 
Rabbi Moses unterhielt in Zürich eine kleine Toraschule, vermutlich in der nahe gelegenen mittelalterlichen Synagoge an der Froschaugasse. 
Nach Ausbruch der grossen Pestepidemie von 1348/49 wurden die Juden europaweit als deren Verursacher beschuldigt und verfolgt. Auch in Zürich wurden die Juden bezichtigt, die Seuche durch Brunnenvergiftung verursacht zu haben. Am 24. Februar 1349 fanden alle Männer der Gemeinde im Feuer den Tod, ihre Frauen und Kinder wurden aus der Stadt vertrieben. Hintergrund des Vorwurfs der Brunnenvergiftung waren neben antisemitischen Motiven oftmals auch finanzielle Interessen: Christen konnten sich so ihrer Schulden bei Juden entledigen. Das jüdische Eigentum wurde von der Obrigkeit der Stadt enteignet. Das Haus von Minne, Moses und Mordechai, das bereits 1345 an den Schwiegersohn von Moses übergegangen war, wurde schliesslich vom Johanniter-Orden erworben. 
Heute gehört die Liegenschaft der Stadt Zürich.